Ich lebe nun seit 8 Jahren mit dem Borderline Syndrom.

Gut, Höhen und Tiefen kennt wohl jeder, aber so extrem wie wir, die BS haben?! Einfach hatte ich es noch nie, Mitleid wollte ich aber noch nie, auch heute noch nicht. Zähne zusammen beissen und durch, hiess es immer!

Ich bin mittlerweile 4 fache Mutter, 2 Kinder leben momentan nicht bei mir und ich bin trotz damaligem häufigen Beziehungswechsel 4 Jahre glücklich verheiratet. Habe eigentlich so ziemlich alles durch was man erleben kann denke ich immer...

Wenn man es genau nimmt müsste ich seit meinem 3. Lebensjahr an Borderline erkrankt sein. Missbraucht vom Freund meiner Mutter im Kindergartenalter, ständiger Wohnort Wechsel zwischen meiner Mutter, meinen Grosseltern und meinem Papa, wobei ich meinen Papa vom 3. Lebensjahr- zum 16. Lebensjahr nicht sehen durfte. Dann bei meinen Grosseltern angekommen, etwas zur Ruhe gekommen, fing das psychische kaputt machen an, man ist nichts wert, man kann nichts, ist ein NICHTS... Der einzigste liebste Mensch auf dieser Welt war immer mein Opa, mein ein und alles... Der wurde mir auch 2007 genommen, aber dafür bekam ich meinen jetzigen Mann. Mein persönlicher Engel auf dieser, manchmal bedrückenden und herzlosen, unverstanden Welt. 

In der Grundschule war ich eigentlich immer beliebt, ab der weiterführenden Schule ging es los, Erniedrigungen, Schulisch überfordert, keiner wollte es sehen, dann auf eine Hauptschule gewechselt, die mich noch mehr zerstörrt hat, man sollte meinen es könnte nicht schlimmer kommen, kam es aber :-/ Von den Mitschülern verprügelt, ausgelacht, eigentlich das was man keinem wünscht. Ich war eben nichts... Dann endlich die Schule verlassen können, ab ins Arbeitsleben, auch da ging es mir wieder eine zeitlang "gut", endlich einen festen Freund gehabt, Arbeit die mir viel Freude gemacht hat. Dann fing meine Mutter an zu trinken, ständige Beleidigungen meiner Grossmutter, von meiner ganzen Familie hatte ich das Gefühl nicht dazu zu gehören, da fingen die Selbstverletzungen an, das schlimmste war der Versuch mir die Pulsadern aufzuschneiden, hätte auch fast geklappt, aber es sollte nicht sein...Nach Jahren des super tollen Familienlebens wollte ich mich abnabeln, ein eigenes funktionierendes Leben führen, aber wie wenn man es nie gelernt hat?! Nach 2 Monaten einen mann geheiratet, den ich meinte zu "lieben", der mich aber nicht liebte, nach der Hochzeit gleich auf das schlimmste verprügelt worden, 1 Jahr lang, das längste Jahr meines Lebens! Dank meinem Opa wurde dieses aber beendet. Dann habe ich mich gleich in die nächste Beziehung gestürzt, Kinder bekommen, denen ich nichts bieten konnte, heute denke ich das ich damals die schlechteste Mutter für meine 3 war die man sich nur vorstellen konnte. Natürlich passierte damals was passieren musste, meine Kinder wurden mir alle 3 weg genommen, kamen in eine Schutzstelle, 3 Jahre waren sie weg, welches Loch da vor mir lag kann sich jede Mutter vorstellen vermute ich mal. Trostlose Leere, nur am weinen, Selbstverletzung, keine sozialen Kontakte, 3 lange Jahre, bis mein ich endlich meinen heutigen Mann kennen lernen durfte, der auch grade da auftauchte, wie mein Opa krank wurde, ich hätte fast zu spät begriffen das er meine andere Hälfte ist!

Wir haben beide um meine Kinder gekämpft, meine Tochter kam trotz aller Bemühungen in eine Pflegefamilie, wo es ihr aber auch sehr gut geht und ich darf sie sehen, das ist viel wert, meine beiden Jungs kamen zu uns, dann wurde ich wieder schwanger mit Maximilian, meinem Jüngsten, völlig geplant und bewusst, nicht wie bei den anderen 3 Kindern. Mein Markus lebt momentan in Warburg, da es hier zu Hause mit ihm sehr schwierig wurde, aber immer wenn er da ist geniesse ich jede Minute mit ihm...

Ich kann heute mit Stolz sagen das ich einiges bewältigt habe, nie geheilt werden kann von meiner Persönlichkeitsstörung, ich werde immer extremer denken und fühlen wie andere, aber grade weil ich schon so einiges durch habe, kann ich Angehörigen, sowie Betroffenen helfen, davon bin ich überzeugt!

Ich bilde mich weiter schulisch und auch emotional... Und ich will mich auch nicht hinter dem BS verstecken oder als Ausrede dafür benutzen das ich nicht so bin wie andere, die ein geregeltes Leben haben, ich für mich habe erkannt, ehrlich zu mir zu sein und auch zu meiner Umwelt, das erleichtert einiges!

Seit immer ehrlich zu Euch, wenn es Euch nicht gut geht, redet mit Leuten die Euch verstehen wollen...

Ich bin immer für Euch da, wenn es mir möglich ist, also meldet euch ruhig!

Eure Tricia

 


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